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Konventioneller Baumwollanbau vs.

ökologischer Anbau

Herkömmlich angebaute Baumwolle wird in Monokulturen, also auf riesigen Feldern, auf denen nur Baumwolle steht, angebaut. Daher sind die Pflanzen sehr anfällig für Schädlinge. Dies bedeutet den Einsatz von riesigen Mengen an Chemikalien: 20% aller weltweit eingesetzten Pestizide (Pflanzengifte) werden im Baumwollanbau eingesetzt, obwohl Baumwolle nur etwa 3% der weltweiten Anbaufläche ausmacht.

Viele Baumwollbauern, gerade in ärmeren Ländern, versprühen die gefährlichen Gifte oft ohne die erforderliche Schutzkleidung. Damit können die Chemikalien über die Haut und Atemorgane in den Körper eindringen. Laut Schätzungen der WHO (Weltgesundheitsorganisation) sterben weltweit pro Jahr 20.000 an Pestizidvergiftung  im Baumwollanbau.

Aber auch die Umwelt leidet: die teils hochgefährlichen Substanzen verschmutzen langfristig die Luft, die Böden und die Gewässer.

Usbekistan ist einer der größten Baumwollexporteure weltweit. Für die Baumwollernte müssen jedes Jahr viele Menschen aus der usbekischen Bevölkerung ihre Ausbildungsplätze verlassen, um Zwangsarbeit in den Baumwollfeldern zu leisten. Sie erhalten keine angemessene Bezahlung für ihre Arbeit auf den Feldern und arbeiten oft sieben Tage die Woche mit unzureichenden Pausen.

GENTECHNIK - weltweit sind circa 75% (Stand 2015) der angebauten, konventionellem Baumwolle gentechnisch verändert. Problematisch dabei ist, dass einerseits die Risiken für die Umwelt und Gesundheit nicht erforscht sind.

Ökologisch und sozial nachhaltiger

Baumwollanbau

Im Bio-Baumwollanbau wird komplett auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichtet und auf biologische Mittel wie zum Beispiel den Extrakt des Nee-Baums zurückgegriffen. Zudem werden Baumwollfelder oft als Mischkulturen angelegt, beispielsweise zusammen mit Mais. Das hilft zum einen, den Befall von Schädlingen zu vermindern, aber vor allem auch unterschiedliche Nützlinge anzulocken und die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten. Die Verwendung von gentechnisch veränderten Saatgut ist ebenfalls verboten.

Bio-Baumwolle benötigt darüber hinaus weniger Wasser als konventionell angebaute Baumwolle. Das liegt daran, dass bei Bio-Baumwolle natürliche Dünger zu Einsatz kommen: dadurch steigt langfristig der Humusanteil im Boden und dieser kann größere Wassermengen speichern. Der Anteil an angebauter Bio-Baumwolle beträgt allerdings nur 1% (Stand 2015).

Das Verbot des Einsatzes von Pestiziden, Entlaubungsmitteln und Kunstdünger wirkt sich auch positiv auf die Gesundheit der im Baumwollanbau arbeitenden Menschen aus. 

In vielen armen Ländern biete die biologische Landwirtschaft zudem für Frauen eine gute Möglichkeit, sich unabhängig zu machen und eigene Felder zu bestellen - sie müssen nich in teure, künstlich hergestellt Chemikalien und Kunstdünger investieren, sondern arbeiten mit der Natur. In Benin zum Beispiel ist der Anteil der Frauen im Baumwollsektor in den letzten Jahren von 0 auf 30% gestiegen.

Charakteristisch für den Bio-Anbau ist der ganzheitliche Ansatz, der lokale Kreisläufe nutzt und die Gesundheit des gesamten Systems, also der Böden, Gewässer, Lebewesen, Pflanzen und des Planeten schützt.

Quellenangabe:

EPIZ - Entwicklungspädagogisches Informationszentrum Reutlingen im Arbeitskreis Eine Welt e.V.